Chef News

Der kulinarische Abschied des Winters

29.03.2008 - 20.26 Uhr

Dieses Rezept erhielten wir soeben per Mail von unserer freien Redakteurin, in oder sagen wir auf Sardinien. Wir denken es gehört hier in den Newsbereich und wenn wir alle Angaben haben, dann findet Ihr es in dem Blog Rezepte. Gruß Henrik Schellhoss

La CassoeulaLa Cassoeula

Die Kältewelle dieser Tage soll uns noch einmal Gelegenheit für eine Rückbesinnung auf die winterliche Küche geben. Denn wenn das Frühjahr schon so lange auf sich warten läßt, wollen wir doch zumindest kulinarisch davon profitieren. Liebhaber deftiger Hausmannskost und alle fröstelnden Gourmets unter uns werden sich bei dem nachfolgenden Gericht -  aller drohenden Fettpölsterchen zum Trotz - die Finger schlecken.
Bei dem ursprünglich lombardischen Traditionsgericht, der Cassoeula (Ausprache Cassöla), wird, zusammen mit dem Wintergemüse Wirsing, so quasi alles eingetopft, was nach der Schlachtung und Verarbeitung eines Schweines in Wurst- und Fleischwaren übrig bleibt. So sollen zum Beispiel Schwarte, Rippchen, Schweineohren, - schnauze oder - füße dafür sorgen, dem Wirsing einen unvergleichlich robusten Geschmack zu verleihen.
Und wie das bei vielen traditionellen Gerichten der Fall ist, gibt es nicht nur in der Lombardei, sondern auch italienweit von Region zu Region die unterschiedlichsten Varianten dieser herrlich herzhaften “Resteverwertung”, die uns im Zusammenspiel mit einem vollmundigen, roten Tropfen ganz sicher über die eisigen Zeiten hinweghilft.

Die folgende Zubereitungsweise entspricht nicht ganz der lombardischen Version, ist aber dringend zum Nachkochen empfohlen.

Wir schneiden Zwiebeln, Blattsellerie und Möhren in grobe Würfel und dünsten diese in einem grossen Topf, in ausreichend Olivenöl an.

Die oben genannten Bestandteile des Schweins geben wir zusammen mit einer, in Scheiben geschnittenen frischen “salsiccia” (entspricht in etwa unserer Mettwurst) sowie fein geschnittenen getrocknete Tomaten (2-3) hinzu und lassen alles kräftig anbraten.

Wir nehmen alle Zutaten aus dem Topf, löschen den Fond ab und geben die Schweinestücke wieder zurück. Anschließend übergießen wir das Fleisch mit Rotwein und fügen den grob geschnittenen Wirsing sowie Wasser hinzu. Wir lassen das Ganze auf mittlerer Flamme vor sich hinköcheln. Als Kräuterbeigabe empfiehlt sich frischer Rosmarin und (wilder) Fenchel (bzw. das Grün der Fenchelknolle), gewürzt wird mit Salz und Pfeffer.
Kurz bevor das Fleisch gar ist und alles gut durchgezogen ist, kommen pürierte Tomaten sowie, ganz zum Schluss, gewürfelte Kartoffeln hinzu.
Der Eintopf ist dann fertig, wenn sich das Fleisch fast von den Knochen löst und die Kartoffeln gar sind.

Als Variante kann die Cassoeula ohne Kartoffeln zubereitet werden. In diesem Fall schmeckt als Beilage Polenta ganz hervorragend.

Viel Vergnügen beim “Eintopfen” und guten Appetit wünscht

Janny van Baars-Patteri aus dem sonnigen Sardinien

Danke und einen kulinarischen Gruß nach Sardinien

 

 

 

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