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Carlo Petrini nimmt Teltower Rübchen in die "Arche des Geschmacks" auf

19.02.2008 - 0.26 Uhr

Schon Goethe schätzte diese kulinarische Rarität und orderte gleich kistenweise: Das Teltower Rübchen ist jetzt der 23. deutsche Passagier in der internationalen "Arche des Geschmacks", der Roten Liste der bedrohten Nutzpflanzen und Nutztiere, die von der Stiftung für Biodiversität in Florenz geführt wird. Carlo Petrini, der Gründer und Präsident von Slow Food, nahm in Anwesenheit des Jahrhundertkochs Eckart Witzigmann und Vertretern der Stadt Teltow die Delikatesse auf. Die kleine Zeremonie fand während eines Get-Together von Slow Food am Rande der Berlinale in den S-Bahn-Bögen von "Habel Weinkultur" in Berlin statt. Zwar wird auch in anderen Gegegenden des Teltower Rübchen angeboten, aber nur das aus Teltow selbst ist das "echte". Die Rübchen sind hell, spitz und klein und geraten nur auf dem Boden des Fläming richtig. Sät man die Feldfrucht in anderen Regionen aus, gerät sie in Form, Farbe und Geschmack ganz anders. Nachdem der Anbau in der DDR nur noch in Privatgärten erfolgte, gibt es heute mit Axel Szilleweit gerade mal einen Vollerwerbs-Landwirt, der das Rübchen nach Bio-Kriterien anbaut. Die Ernte ist wegen der langen Bartwurzeln mühsam und kann nur von Hand geschehen.

Axel Szilleweit sowie der Teltower Bürgermeister Thomas Schmidt und Martin Lenz als Teltower Rübchen-Pate von Slow Food waren denn auch richtig stolz, dass ihr lokales Produkt nunmehr die internationale Anerkennung bekam. Unterdessen hatte Raffaele Cesare Cannizzaro, Chefkoch des Hotel de Rome, für die über 200 Gäste des Treffens eine große Kiste Teltower Rübchen fachgerecht zubereitet: knackig und nicht zu weich.
Mit dabei war auch Alexander Mayrhofer, Gastronomie-Chef des "Elefanten" und des "Weißen Schwan" in Weimar, wo Johann Wolfgang von Goethe einst regelmäßig einkehrte. Dort soll nach der nächsten Ernte im Herbst an die Leib- und Magenspeise des Geheimrats kulinarisch erinnert werden. In Goethes 30 Jahre währendem Briefwechsel mit seinem Freund Carl Friedrich Zelter, dem Leiter der Berliner Sing-Akademie, kann man nachlesen, wie er immer wieder um die Zusendung der Märkischen Rübchen bat. Auch Immanuel Kant lies sich die Rübchen aus Teltow eigens nach Königsberg bringen.

Quelle: Slowfood
 

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