Die Küche Griechenlands

2008- 30.Mai - 15.17 Clock - Stefan Nagel

Die Wiege europäischer Kultur setzte der Menschheit Maßstäbe, denen die Landesküche unbestritten nicht ganz folgen könnte. Um diese gewagte These zu stützen, ziehen übelmeinende Gemüter gern die Definition des attischen Mahls nach Sir Alfred Zimmern heran: „Der erste Gang war eine Art Brei und der zweite eine Art Brei“.

Essen ist in Griechenland zwar eine Dauerbeschäftigung, denen zu jedem Getränk werden wenigstens Kleinigkeiten gereicht, doch was an einheimischen Gerichten serviert wird, ist eher nach den Gesetzten der Schlichtheit komponiert und kein Ergebnis sprühender kulinarischer Kreativität. Gut schmecken sie aber trotzdem, die mézes, griechische Tapas, die man an Theken oder mit ungeniertem Blick in die Küche auswählen kann. Zum Beispiel dolmadákia, die mit Reis, Zwiebeln, Korinthen und getrockneter Minze gefüllten Weinblätter (Dolmades). Köstlich ist bei Hitze die Knoblauchvorspeise Tsatsiki und auch die taramósaláta aus gepresster Fischrogenpaste mit Brot, Olivenöl, Zitrone und Petersilie. Griechischer Salat kann eine Besonderheit sein, und zwar nicht nur die simple Bauernvariante, sondern besonders der kalte Mix aus chorta, kretischen Wildgemüsen wie Löwenzahn, Brennnessel und Spitzwegerich.

Weniger bekannt ist die ausgeprägte griechische Nudelkultur, die Kreationen wie die minihaften, reisähnlichen Nudeln kritaharáki und die nicht viel größeren chylopíttes (tausend Brote) hervorgebracht hat. Fischiges ist in der griechischen Küche omnipräsent, und alles Krakenhaften aus dem Ionischen und Ägäischen Meer ist stattlich groß. Der geschätzte Oktopus bringt es im Durchschnitt auf einen Meter. Um ihn weichzuklopfen, schlagen ihn die Fischer Dutzende von Malen gegen nackte Felsen oder auf den Kaizement. Vegetarisches hat in Griechenland Tradition durch ausgeprägte Fastenzeiten der orthodoxen Kirche, aber auch Armut und Mangel an großen Nutztieren. Im Land der kleinen Herdentiere wird junges Fleisch bevorzugt, werden kleinere Fleischhappen wie der Spieß suvláki geliebt, den Mythos Gyros oder Innereien wie Herz, Hammelhoden und sogar Lammdärme, die Knoten gebunden und mit Zwiebeln gegart tatsächlich eine Köstlichkeit sind.

Hackfleisch liefert in einer musaká aus Auberginen die häufigsten Schichten. Als feiner und deliziöser gilt jedoch das Zicklein in Orangensaft mit Thymian und Weinbrand. Allgegenwärtig sind in Griechenland Oliven, von Attika sollen die grünen die besten sein, von Aráchova und Kalamata auf dem Peleponnes die schwarzen. Olivengourmets befriedigen Konsumgelüste im berühmten Athener Laden von Papalexandrís.

Wo Oliven sind, sind auch Schafe und Ziegen nicht sehr weit , die ihre Milch hergeben für feta, graviera, haloumi, kaseri, kefalotiri und kopanisti, um nur die wichtigsten Käsesorten zu nennen. Unverkennbar sind die süßen Spuren, die eine lange türkische Besatzungszeit hinterlassen hat. Über die Herkunft von baklava, dem honigsüßen und sirupgetränkten Blätterteiggebäck mit Pistazien-, Nuss- und Mandelfüllung, streiten sich Griechen und Türken ebenso wie über den griechischen oder türkischen Kaffee, der aus Feinstpulver mit Zucker mehrmals aufgekocht wird.

Zu lange war Griechenland türkisch besetzt, als das in dieser Leidenszeit keine fremden Gewohnheiten liebgewordene eigene geworden wären. Zu allem wird selbstgebackenes Brot gereicht, das jede Speise so begleitet wie Ouzo, Raki oder der geharzte Wein Retsina.

 

griechische Ernährungsgewohnheiten ...

Allgemeines zu Ernährungsgewohnheiten ...

 

Subject: Küchen der Welt

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2008-5-09 - 12.47 - Y. Steudel

Die Bilder sind alle sehr schön, werden irgendwann auch die Rezepte dazu veröffentlicht? Das wäre more...

2008-5-09 - 1.22 - m. schiller

hallo Gerd ! werde ich im angriff nehmen. Danke für die lobes geben Energie. viele grüsse more...

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alter falter richtig cool das will ich auch machen ...aber naja erstmal lehre dann Marine und more...