Die Küche Frankreichs

2008- 30.May - 15.11 Clock - Stefan Nagel

Für die schönste Nebensache der Welt, das versessene Lieben, und für die schönste Hauptsache im Leben, die Liebe zum Essen, schwärmen Franzosen hemmungslos. Bei ersterem sind sie Individualisten und selbsternannte Virtuosen, beim zweiten aber Spezialisten und von aller Welt beneidete wahre Gourmets.

Exzellente Kleinigkeiten beglücken sie, raffinierte Neuigkeiten entzücken sie, und selbst alltägliche Gerichte bereiten und zelebrieren sie noch aufs Köstlichste. Nirgendwo in der Welt steht der Ruf einer simplen guten Küche so hoch wie in Frankreich und für eine sternenwürdige versteigen sich frankophone Fans zu hymnischen Beschreibungen, als sei ihre romanische Sprache eigens für das Schwelgen bei Tisch geschaffen. Kulinarische Kennerschaft ist nicht wie anderswo einer Elite vorbehalten, sondern breite Volksbildung, geschult an unendlicher Käsevielfalt und noch differenzierterer Weinfülle, am vollendeten „Coq au vin“ daheim und den am Straßenstand geschlürften Austern. La grande Nation beeinflusste nachhaltig und prägt immer noch maßgeblich die Küche der Welt, einmal durch die internationale Rezeptsprache und durch ihre Spitzenköche, anderseits jenseits jeglicher Kochmode auch durch die kompromisslos besten Zutaten.

Der Stolz des gallischen Schlemmers auf seine Bressehühner, auf Gänselebern und Barberie-Entenbrüste ist immens. Auffällig viele französische Köche sind mit Sternen dekorierte Nationalhelden. Die heimischen Weinberge wurden von Frankreichs „Nationalem Rat kulinarischer Künste“ (Conseil national des arts culinaires) sogar zu Geschmacksdenkmälern erklärt.

Das französische Küchenwunder begann mit einer Ausländerin – der Italienerin Katharina de Medici, die 1533 Henri II. ehelichen sollte und neben der Gabel auch ein verfeinertes Küchen-Know-how im Gepäck hatte. Melonen, Artischocken und Spargel, Mittelmeerkräuter, Trüffel und die Butter sind ihr Verdienst. Und während bei Hof dekadente Opulenz die Tafel zum Biegen brachte, kochte die ärmere Provinz sich einfache, aber exzellente Genüsse zusammen. Erst der Aufschrei nach Brot 1789 bescherte dem Volk die Demokratisierung der Hochküche. Arbeitslos gewordene Köche des Adels eröffneten in der neuen Republik Restaurants oder verdingten sich bei reichen Bürgern. Die Haute  cuisine wurde damit öffentlich, es entstanden Gastrokritik und Gastrosophie. Sicher aber wird Frankreich nicht zu einem Museum der regionalen Esskulturen – die nächste Cuisine Mode kommt bestimmt, und bestimmt kommt sie aus Frankreich.

 

französische Ernährungsgewohnheiten ...

Allgemeines zu Ernährungsgewohnheiten ...

 

 

Subject: Küchen der Welt

0 Comments

Post comment

   * Name (required)

   * E-Mail (required, will not be published)

    Homepage (optional)

  telefon


These fields are required


Subjects

Archiv

October 2008 (27)

September 2008 (74)

August 2008 (55)

July 2008 (132)

June 2008 (117)

May 2008 (133)

April 2008 (64)

March 2008 (76)

February 2008 (35)

January 2008 (230)

December 2007 (29)

November 2007 (87)

October 2007 (2)

Latest comments

2008-13-10 - 21.56 - m. piontek

Hallo bin Koch, und arbeite zur zeit in Tarragona ( Spanien )in einer kleinen Bar mit Taeglich more...

2008-13-10 - 14.13 - S. Nagel

Hallo Cathi, bitte sende eine Mail an Service@kochmuetzen.net, dann wirst du zum Blog schreiben more...

2008-11-10 - 1.26 - m. schiller

hallo Martin ! sehr gute Idee ,werde ich morgen mal in Angriff nehmen. viele grüsse aus more...