Welche Premium Marken gibt es ? Teil 2
Heute wie je ist der Preis einer Sache zwar keine Eigenschaft derselben, aber ein wichtiger Faktor zur Ermittlung ihrer Wertschätzung im allgemeinen und besonderen. Lassen wir die Masse der Champagner 25,00 EUR kosten, dann legt ein doppelt so hoher Preis nahe, dass er - nicht zwingend proportional zum Preis, aber immerhin: - höhere Wertschätzung verdient. Problematisch ist dann, ob der Preis Resultat der Marktkräfte ist, oder ob er vom betreffenden Champagnerhersteller vorgegeben wurde. Behalten wir das, und eine Liste der besonders teuren Champagner im Hinterkopf: - Krug Clos d'Ambonnay Vintage - Perrier-Jouet Belle Epoque Blanc de Blancs Vintage - Ruinart L'Exclusive Non Vintage - Bollinger Vieilles Vignes Francaises Vintage Als nächstes Kriterium erscheint die Wertschätzung der Endverbraucher einerseits, der Fachpresse andereseits massgeblich. Während die Mehrzahl der Endverbraucher vergleichsweise unreflektiert Champagner erwirbt, die wenigen wirklich champagnerbegeisterten Käufer hingegen überwiegend in engem Zusammenhang mit der Fachpresse zu sehen sind, lassen wir die Wertschätzung der Endverbraucher kurz ausser Betracht. Die Fachpresse ist es, die mit ihrer professionellen Verkostungsarbeit am ehesten in der Lage zu sein scheint, einigermassen objektive Beurteilungen abzugeben, die sich, wenngleich immer noch ausschnitthaft, so doch immer noch umfangreicher als die privaten Verkostungserlebnisse der meisten Verbraucher, als Grundlage einer Ausdifferenzierung eignen. Als Kontrolle für die Lebensnähe kann dabei gut und gerne der Erfolg, sprich die Wertschätzung eines Verkostungsmagazins bei seinem Zielpublikum herangezogen werden - was im übrigen den repräsentativen Charakter der Kritikerwertschätzung belegen hilft. In der Fachpresse schneiden folgende Champagner mit schöner Regelmäßigkeit gut ab oder erfreuen sich besonderer Wertschätzung: - Krug Grande Cuvée Multi Vintage - Jacques Selosse Extra Brut Vintage - Tarlant Cuvée Louis Non Vintage - Egly-Ouriet Blanc de Noirs Vieilles Vignes Non Vintage Stützten wir uns nun ausschließlich auf die Kritikermeinung, so vernachlässigten wir die Masse des Markts. Der Durchschnittskonsument nämlich hat regelmäßig andere Vorstellungen von Genussmitteln und Luxusartikeln, als die kleine Clique der barocken Genussmenschen, gargantuesken Gourmands, Spesenritter und Berufsverkoster. Eine Liste mit einigen der meistverkauften Cuvées bringt es ans Licht: - Moet et Chandon Brut Impérial - Piper-Heidsieck Brut - Pommery Brut Royal - Nicolas Feuillatte Brut Particulière Wie aber differenziert der Endverbraucher, außer über den Geldbeutel? Am ehesten über wirkendes Marketing. Marketing hat die Aufgabe, ein Produkt strategisch günstig in der Wahrnehmung des Publikums zu platzieren. Zu diesem Zweck werden Werbelügen erfunden und wenig bekannte Fakten aufbereitet, Roadshows abgezogen und below-the-Gürtellinie im Bewusstsein gestochert. Marketing also bringt ein Produkt nach oben, in den ersehnten Premiumbereich. - amerikanische Gangsterrapper und russische Oligarchen trinken Louis Roederer Cristal, - bei Arsenal, ManU und Bayern München kommt Champagner von Lanson ins Glas, - James Bond bestellt regelmässig Bollingers Grande Année, - nicht nur zur Berlinale 2007 gibt's Dom Pérignon. So viele unterschiedliche Ansätze, so viele unterschiedliche Champagner - und alle Premium? Schwer zu sagen. Was sagen denn die Champenois selbst, gibt es nicht so etwas wie einen Qualitätszirkel dort? In der Champagne gibt es zumindest einige wichtige Interessenverbände, von der Union des Maisons de Champagne borgen wir uns an dieser Stelle zwei interessante Begriffe: "Maison de Champagne" und "Grande Marque", vielleicht bringen sie uns weiter.
0 Comments
Post comment