"Grande Marque"
Eine Grande Marque zeichnet sich wiederum dadurch aus, dass sie einer umfassenden Strategie in den Bereichen Herstellung, Verkauf und Kommunikation folgt und nicht nur Jahr für Jahr, Charge für Charge Schaumwein auf den Markt wirft. Dazu gehören sieben Hauptkriterien: - langjährige Lieferantenverträge, um Herkunft und Qualität des Leseguts zu sichern - Verwendung nur der ersten Pressung - temperaturkontrollierte erste Vinifikation in Stahltanks oder Holzfässern, die den Eigenarten des verwendeten Mosts zuträglich sind und ihre Charakterstika nach Möglichkeit hervorheben - Vorhalten einer Reserveweinbibliothek, um Jahrgangsunebenheiten ausgleichen zu können - Zusammenstellung der Grundweine mit dem Ziel, einen kontinuierlichen Hausstil hervorzubringen - langes Hefelager - sorgfältiges Degorgement unter Luftausschluss und angemessene Dosage, zeitgemässe Flaschenausstattung, Naturkork Diese Ansammlung butterweicher Qualitätskriterien hilft offenbar nicht weiter und dem Interessenverband der Grandes Marques gehören dementsprechend Häuser an, die zweifellos zu den besten der Champagne gehören, aber auch absolute Graupen. Eines haben sie aber alle gemeinsam, es sind keine Winzer, sondern hauptsächlich Handelshäuser, die den größten Teil ihres Leseguts zukaufen. Haben denn die Winzer ein Premium-Konzept? Sehen wir uns die Statuten des Clubs Trésors de Champagne an - diese Winzervereinigung ist aus dem Club des Viticulteurs Champenois hervorgegangen und vor allem durch die bauchige "Special Club"-Flasche für die bei den jeweiligen Mitgliedsbetrieben als am besten angesehene Cuvée bekannt geworden. - entscheidend ist für die Clubmitglieder die Arbeit schon im Weinberg, deshalb wird hier höchstes Gewicht auf die Qualität gelegt - nicht gegen, sondern mit der Natur soll gearbeitet werden - die Winzer unterwerfen sich umfassender Kontrolle, indem sie ein önologisches Lastenheft führen, das Auskunft über die Tätigkeiten im Weinberg und bei der Weinbereitung gibt Schon besser, aber immer noch nicht ausreichend, um unsere Ausgangsfrage abschliessend zu klären, zumal dem Club nur verschwindend wenige Winzer angehören und zahlreiche Spitzenwinzer gerade nicht Mitglied dort sind. Um die Sache lebensnah zu betrachten, werden wir uns auf eine gemischte Betrachtungsweise verlegen, die allen Aspekten ein wenig gerecht wird, manches Extrem vernachlässigt und letztlich eine gewisse Praxistauglichkeit haben soll. Premium-Marken sind also Marken, die sich einer gewissen Aufmerksamkeit nicht nur in Fachkreisen erfreuen, sondern auch darüber hinaus zumindest dem Namen nach mit einiger Wahrscheinlichkeit bekannt sind. Die Herstellung erfolgt ab Weinberg ausgesprochen behutsam und genügt höchsten Sorgfaltsmaßstäben, das Hefelager ist um ein vielfaches länger als das gesetzliche Minimum vorschreibt und bedeutend länger als das anderer Champagner. Holzfassausbau, niedrige Dosage und aussergewöhnliche Cruzusammenstellungen finden hier besonders oft statt. das Marketing ist entweder hochgradig aktiv und in verwandte Luxusbereiche vernetzt, oder wegen Kultstatus schon gar nicht mehr nötig.
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