Die Entstehungsgeschichte – Getränk der Welt
Das Phänomen Sekt hat eine lange Tradition: Seit 1540 kommt der Korken auf die Flasche. Zuerst wunderte man sich darüber, dass Wein, der früher nicht so klar gefiltert wurde, im wärmeren Frühjahr erneut zu „leben“ anfing. Der Grund: Es war noch restlicher Zucker und natürliche Hefe vorhanden und der Wein gärte zu Ende. Daran fand man durchaus Gefallen und so entstand um 1540 der Schaumwein. 
Nachdem man aus der Rinde der Korkeiche Verschlüsse herstellen konnte, begann die Entwicklung des schäumenden Weines zum Sekt, denn der luft-dichte und druckfeste Flaschenverschluss ist unerlässlich zur Sektbereitung. Erfinderische klösterliche Kellermeister, allen voran Dom Pérignon aus der französischen Abtei Hautvillers, haben die Herstellung des schäumenden Weins weiterentwickelt. So wurde vor allem die Komposition verschiedener Weine zu einer harmonischen Cuvée gebräuchlich.
Vorsicht Schaumwein
Lange Zeit war Schaumwein allerdings eine gefährliche Angelegenheit: Oft hielten die mundgeblasenen Bouteillen dem Druck nicht stand und platzten. So wurden während des 18. Jahrhunderts jährlich nur ein paar tausend Flaschen erzeugt, von denen etwa die Hälfte platzte. Dies änderte sich erst durch die Entwicklung stabiler Flaschen und mit der industriellen Produktion von Zucker, der für die kontrollierte zweite Gärung notwendig ist. An dieser Entwicklung hatten deutsche Weinfachleute maßgeblichen Anteil. Zwischen 1825 und 1830 wurden die ersten Sektkellereien in Deutschland gegründet. Viele deutsche Kellermeister gingen aber auch in die Champagne, um dort zu lernen und sich niederzulassen. Noch heute tragen deshalb einige Champagner einen deutschen Namen.
Sekt – ein Name entsteht
Während früher jeder schäumende Wein Champagner hieß, hat sich seit 1825 allmählich der Begriff Sekt eingebürgert. Dieser Name geht auf einen lustigen Vorfall in der Berliner Weinstube Lutter & Wegner zurück. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts war diese Weinstube das „In-Lokal“ der preußischen Haupt-stadt. Zu den häufigen Gästen gehörten auch der Dichter E.T.A. Hoffmann und der Hofschauspieler Ludwig Devrient – diese beiden sind übrigens auf dem Etikett des Berliner Lutter & Wegner-Sekts zu sehen.
Eines Abends im Jahre 1825 hatte Devrient im Schauspielhaus wieder mit großem Erfolg den Falstaff in Shakespeares Heinrich IV. gegeben; er kam in sein Stammlokal und rief, noch ganz in seiner Rolle: „Bring er mir Sect, Schurke! Ist denn keine Tugend mehr auf Erden?“ Mit „sack“ hatte Shakes-peare zwar Sherry gemeint, aber der Kellner ließ sich nicht aus der Fassung bringen und servierte Devrient den gewohnten Champagner. Dem aufmerk-samen Leser mag jetzt aufgefallen sein, dass Devrient in seiner Rolle von Sect und nicht von Sack spricht. Dies ist auf einen Übersetzungsfehler zurückzuführen, der bei der Bearbeitung des Stückes zustande kam, denn zu der Zeit Shakespeares gab es noch gar keinen Sekt. Im Originaltext stand „Sack“, Shakespeares Wort für Sherry, in der deutschen Version wurde kurzerhand das Wort Sect eingesetzt. Jedenfalls übernahmen die Stammgäste des In-Lokals diesen Ausdruck und so kam moussierender Wein zum Namen Sekt. 
Bald in aller Munde – der Name und das Getränk
Mit dem richtigen Namen war der Siegeszug des Sektes nicht mehr aufzu-halten: Bereits 1828 wurde in einem Verkaufskatalog „German Champagne“ aufgeführt. Im Jahr 1833 begann beispielsweise Johann Friedrich Deinhard in Koblenz versuchsweise mit der Herstellung seines „Sektes“ aus Riesling-weinen; zehn Jahre später brachte er ihn auf den Markt.
Adam Henkell startete 1856 in Mainz seine Produktion. Vor 150 Jahren wurden bereits 1.270.000 Flaschen Sekt von insgesamt 43 Firmen hergestellt. Auf der Wiener Weltausstellung von 1873 stellten auch 12 Sektkellereien aus – bei einer jährlichen Produktion von damals fast 4 Millionen Flaschen. Johann Jacob Söhnlein gründete 1864 die „Rheingauer Schaumweinfabrik“ und taufte seinen Sekt auf den Namen „Rheingold“. Rheingold wurde in die Getränkekarten verschiedener Schifffahrtslinien aufgenommen und so wurde der Name des Sektes in alle Welt getragen. 1867 siegte der „Rheingold“- Sekt über den französischen Champagner und holte auf der Pariser Weltausstellung die Goldmedaille.
Sekt – beliebt im Gestern und Heute
Um 1900 setzte sich der Name „Sekt“ für den schäumenden Wein aus deutscher Produktion allmählich durch. Ihre erste große Blüte erlebte die Sektkultur in der Belle Époque – der Zeit der schwimmenden Paläste auf dem Atlantik, der glanzvollen Bälle in den Sälen der Grand Hotels der Metropolen und der Kurorte.
In den goldenen, „wilden“ 20er Jahren genoss man das Nachtleben in Cabarets und Varietés – Sekt war als Stimmungsmacher gefragt. Das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg machte Sekt für jedermann erschwinglich; das Luxusgetränk wurde gewissermaßen demokratisiert. Der Genuss des Weines mit dem feinen Perlenspiel ist heute nicht mehr Jubiläen und anderen großen Stunden des Lebens vorbehalten. Gute Laune und die Lust, sie mit sympathischen Menschen zu teilen, sind Grund genug, eine gut gekühlte Flasche Sekt zu öffnen.
Heute werden mehr als 400 Mio. Flaschen in Deutschland produziert und weltweit exportiert. Man lebt heute spontan, nutzt die großen und kleinen Chancen und stößt gelöst und locker auf das Leben an. Die deutschen Sekt-konsumenten bevorzugen die frische, trockene Note, und dieser Geschmack setzt sich nach und nach auch in anderen Ländern durch.
Sektzahlen
Henkell & Söhnlein Sektkompendium
Wo ist der Deinhard !
Ein bischen Werbelastig aber gut zum lesen und schön erklärt.
Wissen kann man ja nicht alles
Beste Grüße aus Norwegen
Christian Wiens (KC Altenpflegebetrieb)
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Die Bilder sind alle sehr schön, werden irgendwann auch die Rezepte dazu veröffentlicht? Das wäre more...
hallo Gerd ! werde ich im angriff nehmen. Danke für die lobes geben Energie. viele grüsse more...
alter falter richtig cool das will ich auch machen ...aber naja erstmal lehre dann Marine und more...